Der Landkreis muss sich aktiv einbringen

 

Die veränderte Schulpolitik des Landes und vor allem die wenig koordinierte Umsetzung wird von vielen Kommunen als chaotisch empfunden. Auch Befürworter der Gemeinschaftsschule sprechen von einem Windhundverfahren und der Gefahr, dass Haupt- und Werkrealschulen zu Auslaufmodellen werden. Auch für kleinere Realschulen wird die Zukunft immer unsicherer. Betroffen ist aber auch das Berufsschulwesen in der Trägerschaft des Landkreises Esslingen. Die Fraktion Freie Wähler sieht bei einer fehlenden Einbindung des Landkreises die Gefahr von Fehlentwicklungen. Sie weist auch zum wiederholten Mal darauf hin, dass bei einem so starken Umbruch in der Bildungslandschaft eine kreisweite Bildungsplanung notwendig ist. Ein entsprechender Antrag ist seit langem eingereicht.

Derzeit laufen auf gemeindlicher Ebene regionale Schulentwicklungsplanungen. Es ist wichtig, die Vorstellungen der Kommunen mit denen des Landkreises zu verzahnen. Deshalb muss sich der Kreis an diesen Planungen aktiv beteiligen. Das folgende Schreiben vom 5. Juli 2013 an Herrn Landrat Eininger soll diesem Anliegen Nachdruck verleihen.

Zwischenzeitlich hat weiterer Schriftverkehr (am 19.7. und 23.7.) stattgefunden, den Sie nachstehend aufrufen und lesen können. Aufgrund dieser Schreiben hat Herr Landrat Eininger angekündigt, die Thematik in der nächsten Sitzung des Kultur- und Schulausschusses des Kreistags zu behandeln.

Mitwirkung des Landkreises bei der lokalen und regionalen Schulentwicklungsplanung

Sehr geehrter Herr Landrat Eininger,

unsere gesamte Schullandschaft befindet sich in einem Umbruch, den es so noch nie gegeben hat. Neben den bekannten demografischen Veränderungen ist es aber vor allem die Entscheidung der Landesregierung, die verbindliche Grundschulempfehlung abzuschaffen, die diesen Prozess unglaublich beschleunigt.

Ziel der Landesregierung ist es nun, durch regionale Schulentwicklungsplanungen einen einigermaßen strukturierten Verlauf dieses Prozesses zu erzeugen.

Derzeit finden auf lokaler Ebene und in Raumschaften bereits Schulentwicklungen statt. So hat die Stadt Esslingen ihren Prozess nahezu beendet. Aus anderen großen Kreisstädten hört man Ähnliches. Auch Raumschaften schließen sich zwischenzeitlich zusammen, um diesen Entwicklungsprozess aufeinander abzustimmen.

Nun stellen wir konkret die Frage, wie sich die Landkreisverwaltung in diese Prozesse einbringen möchte. Ein ganz wesentlicher Teil des derzeitigen Schulsystems sind die beruflichen Schulen. Diese können und sollten natürlich nicht bei den Entwicklungsprozessen außen vor bleiben. Hat es von Seiten des Landkreises Initiativen gegeben, mit den Schulträgern gemeinsam solche Prozesse anzugehen?

Die Fraktion der Freien Wähler hält es für dringend geboten, dass der Landkreis hier aktiv tätig wird und entweder direkt mit den Schulträgern oder über das Staatliche Schulamt in diese Prozesse eingebunden wird. Wir halten es auch für enorm wichtig, dass der Landkreis anbietet, kompetente Vertreter in diese Entwicklungsprozesse zu entsenden.

Deshalb stellen wir konkret die Frage, wie Ihre Strategie bei der Schulentwicklungsplanung aussieht.

Mit freundlichen Grüßen

 

Alfred Bachofer, Bernhard Richter

Herr Landrat Eininger hat darauf am 19. Juli 2013 geschrieben

Hier das Antwortschreiben der Fraktion vom 23. Juli 2013


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