Junge, gepflegte Streuobstbäume sind eher die Ausnahme

Junge, gepflegte Streuobstbäume sind eher die Ausnahme

Freie Wähler sorgen sich um Kulturgut Streuobstwiesen

Die Freien Wähler im Landkreis Esslingen sehen mit Sorge wie der einmaligen Streuobstlandschaft im Landkreis durch strukturelle Veränderungen auf mehreren Ebenen die Existenzgrundlage verloren geht. „Wir haben uns vor zwei Jahren in einer fraktionsinternen Arbeitsgruppe fundiert mit dem Bestand und den Problemen beschäftigt. Das hat zu einem formellen Antrag im Kreistag im November 2011 geführt. Leider müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Probleme groß und die finanziellen Spielräume des Landkreises allerdings begrenzt sind, um das Thema in angemessener Weise aufzugreifen“, so Wilfried Wallbrecht, der Sprecher der Freien Wähler im Ausschuss für Technik und Umwelt des Esslinger Kreistags.

Die Situation der Streuobstwiesen im Landkreis Esslingen ist durch starke regionale Unterschiede geprägt. So gibt es die eher feingliedrigen Bestände entlang des Neckartals, Filstals und Schurwalds. Ausgedehnte zusammenhängende Bestände finden sich im südlichen Landkreis am Albtrauf und Albvorland. Und kleinere Bestände kämpfen auf der Filderebene um das Überleben. „Allen drei Bereichen gemeinsam sind die strukturellen Probleme, wie unsere Recherchen, unsere Vor-Ort-Termine und unsere Gespräche mit den in verschiedenen Rollen an dem Thema arbeitenden Personen ergeben haben“, beschreibt Wilfried Wallbrecht die auf den Nägeln brennende Lage.

Junge, gepflegte Streuobstbäume sind eher die Ausnahme

Junge, gepflegte Streuobstbäume sind eher die Ausnahme

Die Arbeitsgruppe der Freien Wähler sieht die Hauptprobleme für die ständige Erosion von Streuobstflächen in der fehlenden ökonomischen Grundlage für die Bewirtschaftung, in der Altersstruktur der Eigentümer und Betreiber sowie im der Altersaufbau und Pflegezustand der Obstgehölze.

Um diesem Teufelskreis zu durchbrechen, haben die Freien Wähler ein Antragspaket geschnürt, das die Bewirtschaftung der Baumwiesen erleichtern soll, das die beiden Kreis-Obstbau-Verbände in Esslingen und Nürtingen und die Obst- und Gartenbau Ortsvereine in ihrem Tun unterstützen soll, das überregionale Partnerschaften für mehr öffentliches und politisches Gewicht anregt und die Verbesserung der Marktsituation für Streuobstprodukte anstrebt.

Die Landkreisverwaltung hat die Themen aufgenommen, ohne dass bereits von einem spürbaren Erfolg gesprochen werden kann. Aber durch die führende Rolle des Landreises Esslingen, im Verbund mit Böblingen, Göppingen und Reutlingen im „Schwäbischen Streuobstparadies“ als Verein mit Personalausstattung, wurden wichtige Weichen der überregionalen Kooperation, der Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung sowie der Verbesserung der wirtschaftlichen Grundlagen geschaffen. Durch Modellprojekte zur energetischen Nutzung des Obstbaumschnittholzes, zur Umgestaltung vernachlässigter Obstwiesen und durch ein Zuschussprogramm zur Maschinen- und Gerätebeschaffung für den Verleih an Streuobstwiesenbewirtschafter, sind immerhin erste Schritte getan.

„Wir wissen, dass wir hier ein ganz dickes Brett bohren“, so Wilfried Wallbrecht, „aber wir werden unsere einmaligen, landschaftsprägenden Streuobstbestände im Blick behalten, vor und nach der Kommunalwahl 2014“.

 


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