Verabschiedung der langjährigen Kreisräte durch Landrat Heinz Eininger Landrat Eininger,  Siegfried Roser, Alfred Bachofer, Hermann Bauer (v.l.n.r.) (Foto Jürgen Holzwarth)

Verabschiedung der langjährigen Kreisräte durch Landrat Heinz Eininger
Landrat Eininger, Siegfried Roser, Alfred Bachofer, Hermann Bauer (v.l.n.r.)
(Foto Jürgen Holzwarth)

12 Kolleginnen und Kollegen werden dem neuen Kreistag nicht mehr angehören

Generationswechsel in der Kreistagsfraktion Freie Wähler. Obwohl bei der Kreistagswahl ein glänzendes Ergebnis erzielt wurde, werden gleich 12 Kolleginnen und Kollegen der neuen Fraktion nicht mehr angehören. Ein Blick auf die Namen macht deutlich, dass tatsächlich eine starke Verjüngung stattfindet. Mit Hermann Bauer und Siegfried Roser beenden nach 41 Jahren Zugehörigkeit zum Esslinger Kreistag zwei „Urgesteine“, wie Landrat Eininger sie bezeichnet hat,  ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Auch Fraktionsvorsitzender Alfred Bachofer, der im Rastatter Kreistag zwei und im Esslinger Kreistag sechs Perioden aktiv war, gibt nach 20 Jahren an der Spitze der Fraktion sein Amt in jüngere Hände.

In der konstituierenden Sitzung der neuen Kreistagsfraktion würdigte der neue Fraktionsvorsitzende Bernhard Richter, den teils langjährigen und kompetenten Einsatz der scheidenden Kolleginnen und Kollegen. Im Namen der neuen Riege übermittelte er ein herzliches Dankeschön.

Die feierliche Verabschiedung erfolgte in der Sitzung des Kreistags am 24. Juli durch Herrn Landrat Heinz Eininger. In einem umfassenden Rückblick auf die abgelaufene Amtsperiode zeigte er die positive Entwicklung des Kreises auf. Besonders betonte er die komplexe Problematik der Kreiskliniken, die sich nach der Ablehnung der Fusion durch das Kartellamt jetzt auf ihre eigenen Kräfte verlassen müssen. Die deutliche Verbesserung der Ergebnisse in 2013 und 2014 sind mehr als der berühmte Silberstreif am Horizont. Eininger hob den massiven Abbau der Verschuldung des Kreises hervor. Dies sei dank der Partnerschaft mit den Kommunen gelungen. Weitere Schwerpunkte, die der Landrat beschrieb, waren der Ausbau des ÖPNV, das Kreisstraßennetz und vor allem die Schulen in der Trägerschaft des Kreises.

Der Landrat ehrte in sehr persönlichen Worten die Verdienste aller ausscheidenden Kreisrätinnen und Kreisräte. Aus der Fraktion Freie Wähler waren dies:

Alfred Bachofer (6 + 2 Perioden, Große Goldene Landkreismedaille)

Hermann Bauer (8 Perioden, Große Goldene Landkreismedaille)

Dr. Klaus Binder  (2 Perioden, Goldene Landkreismedaille)

Dietmar Edelmann (1 Periode, Silberne Landkreismedaille)

Daniela Hemminger-Narr (2 Perioden, Goldene Landkreismedaille)

Martin König (2 Perioden, Goldene Landkreismedaille)

Dr. William Lechner (4 Perioden, Goldene Landkreismedaille)

Dieter Lentz (3 Perioden, Goldene Landkreismedaille)

Jürgen Merz (1 Periode, Silberne Landkreismedaille)

Dr. Christoph Miller (2 Perioden, Goldene Landkreismedaille)

Friedrich Rapp (2 Perioden, Goldene Landkreismedaille)

Siegfried Roser (8 Perioden, Große Goldene Landkreismedaille)

Worte des Dankes für alle Ausscheidenden – Kreisrat Hermann Bauer

Sehr geehrter Herr Landrat, Frau Dostal, Damen und

Herren der Verwaltung,

sehr geehrte Damen und Herren Kreisräte!

Nun ist es also soweit!

Die Wahlperiode 2009/14 geht zu Ende und knapp

ein Drittel scheidet aus.

Dies ist ein ganz normaler Vorgang, denn in der

Demokratie gibt es nur Mandate auf Zeit!

Vor 41 Jahren, im Jahr 1973 hat im Kreistag zur

Zusammenlegung der Landkreise Esslingen und

Nürtingen und damit auch zur Auflösung des Kreises

Nürtingen mein Vorgänger im Amt Herr BM a.D.

Georg Kandenwein als Kreisrat gesprochen und

die Abschiedsrede für den Kreistag Nürtingen gehalten.

Heute – 41 Jahre später – fällt mir als sein Nachfolger

als Bürgermeister und als Kreisrat und als Dienstältester

der Ausscheidenden diese ehrenvolle Aufgabe zu.

Nur mein Kollege und Freund Siegfried Roser war

gleich lange -ebenfalls  bei den Freien Wählern-

im Kreistag.

 

Nur Herr Kreisrat Wolfgang Drexler SPD und MdL ist seit

1971 im Kreistag Esslingen und wird dies weiterhin bleiben.

Unter den rund 30% der Ausscheidenden sind die

langjährigen Herren Fraktionsvorsitzenden

Alfred Bachofer Freie Wähler und

Gerhard Schneider CDU.

Beide Herren Kollegen haben über lange Jahre diesen Kreistag

mit hohem ehrenamtlichem Einsatz mit geprägt.

 

Meine Damen und Herren,

nach der Kreisreform 1973 und der

Gemeindereform 1975 hat die kommunale

Landschaft hier im Kreis  Esslingen deutlich anders

ausgesehen. Vieles war anders strukturiert – war neu!

Im Kreistag galt jedoch nicht der Blick zurück!

Nein, beide Kreisteile haben mit festem Blick

auf wichtige Zukunftsaufgaben den Blick nach

vorn gerichtet.

Der Kreistag hat nur noch einen neuen großen Landkreis

gesehen und es gab nur noch einen Kreistag!

Nun – 40 Jahre später ist aus diesem Landkreis

etwas  „G’scheites‘ geworden, wie zu 40 jährigem

Jubiläum formuliert wurde.

 

Ein Erfolgsgarant der Nachkriegszeit war das im

Grundgesetz garantierte Subsidiaritätsprinzip!

Was auf unterster Ebene bei Gemeinden und Kreisen

geregelt werden kann, muss auch dort gelöst werden

und hat in Stuttgart oder Berlin oder Brüssel nichts verloren!

Dies muss so bleiben, denn der Staat muss auf

den Beinen stehen bleiben und darf nicht

auf den Kopf gestellt werden.

Für die gute Entwicklung des Kreises in vielen Bereichen

haben bis 2000 Herr Landrat Dr. Braun

und seit 2000 Sie, Herr Landrat Eininger, Verantwortung

getragen. Wir danken für eine vertrauensvolle, gute und

überparteiliche Zusammenarbeit!

Sie sind ein Kommunaler – das haben Sie bewiesen und

praktiziert.

Der Landkreis ist auch die letzten fünf Jahre mit Ihrer

qualitätvollen und ausgleichenden Führung gut gefahren.

Auch dafür danken wir.

 

Für die Zukunft wünsche ich Ihnen:

„Nehmet Sie’s wie’s kommt,

aber sorget Sie im Vorfeld dafür,

dass vieles so kommt,

wie Sie es brauchen könnet!“

Für Verwaltung und Räte gilt gleichermaßen:

„Das Geheimnis eines glücklichen Lebens

besteht nicht darin,

dass Du tust, was Du gerne tust,

sondern, dass Du lernst,

das gerne zu tun, was Du tun musst!“

Dienst im kommunalen Bereich heißt

in erster Linie Dienen, Helfen, Schaffen –

aber auch Planen, Denken, Regieren!

Zum Schluss möchte ich den Kreisräten

zugleich namens meiner ausscheidenden

Damen und Herren Kollegen danken für

Ihr Vertrauen, Ihre Kollegialität und auch

manche Freundschaft, die hier entstanden ist.

Dem neuen Kreistag Rufe ich zu:

Treffen Sie mutige und kluge Entscheidungen!

Haben Sie

– den Mut,    Dinge zu ändern, die Sie ändern können,

– die Gelassenheit,   Dinge hinzunehmen, die Sie nicht

ändern können, und die

– Weisheit,     das Eine vom Anderen zu unterscheiden!

Führen Sie diesen gesunden und blühenden Landkreis

in eine gute Zukunft!

Dazu wünsche ich namens aller Scheidenden gutes Gelingen!

 

 

 

 

 

 

 

 


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