Finanzkrise überwunden – neue Strukturen müssen sich bewähren

Mit 340 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist der Kreisjugendring (KJR) der wichtigste Partner des Landkreises bei der Jugendarbeit. Als Dachverband der im Landkreis ansässigen Jugendverbände war der KJR in eine heftige Finanzkrise hineingeschlittert. Diese konnte mit kräftiger finanzieller Hilfe des Landkreises bewältigt werden. Im Zuge der Zukunftsorientierung des KJR wurden zwei Kontrollgremien, ein Verwaltungsrat mit Vertretern aus Kommunalpolitik und Kreisverwaltung sowie ein kommunaler Beirat eingerichtet. Diese Organe sollen die Verknüpfung zur kommunalen Seite darstellen als auch die Finanzierungsseite überwachen.

Kreisrat Bürgermeister Frank Buß war Vorsitzender des Konsolidierungsausschusses, der den KJR bei der Bewältigung der Finanzkrise begleitet hat. In der Sitzung des Kreistags, der unter die Konsolidierungsphase einen vorläufigen Schlusspunkt gesetzt hat, nahm Buß wie folgt Stellung:

„Mit dem Abschlussbericht zur Arbeit des Konsolidierungsausschusses sind wir an einer wichtigen Zwischenetappe bei der wirtschaftlichen Konsolidierung des KJR angelangt, für die in den vergangenen 2,5 Jahren Viele beim Kreisjugendring, in der Kreisverwaltung, im Jugendhilfeausschuss und bei den Kommunen engagiert und kompetent gearbeitet haben. Im Namen unserer Fraktion spreche ich Ihnen Allen unseren herzlichen Dank aus. Allerdings ist mit diesem Bericht lediglich die Arbeit des Konsolidierungsausschusses beendet; der Konsolidierungs- und Neuordnungsprozess muss nun mit den neu geschaffenen Strukturen abgeschlossen werden.

Der Abschlussbericht beschreibt den Konsolidierungs- und Entwicklungsprozess sehr ausführlich. Deswegen möchte ich mich auf einige wenige Anmerkungen beschränken:

Es war wichtig, in der Liquiditätskrise 2014 schnell und konsequent Sofortmaßnahmen auf den Weg zu bringen und dabei alle Beteiligten umfassend einzubinden. Alleine hätte der KJR den notwendigen Konsolidierungs- und Entwicklungsprozess nicht geschafft und als Mitglied des Konsolidierungsausschusses sage ich in aller Deutlichkeit: auch als Bürgermeister, der ja häufiger komplexe und schwierige Entwicklungsprozesse managen darf, hatte ich immer wieder die Sorge, ob es tatsächlich gelingt. Soweit bin ich froh, dass wir große Fortschritte erzielen konnten. Wir sind aber nicht am Ende des Weges; der Konsolidierung- und Entwicklungsprozess muss fortgeführt werden.

Im Konsolidierungsausschuss wurden sehr umfassende Kompetenzen gebündelt. In 16 intensiven und teilweise schwierigen Sitzungen wurde jeder Aspekt beleuchtet, Defizite analysiert, Lösungen diskutiert und Thema für Thema bewegt, wobei zumindest im ersten Jahr die Sitzungsdauer eher bei 5 – 6 Stunden lag. Entscheidend waren die sehr gute Vorarbeit der Projektarbeitsgruppe und die engagierte Unterstützung durch die Kreisverwaltung, namentlich durch Frau Kiewel, Frau Ziegler-Helmer und Frau Kuddi. Ihnen möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich meinen persönlichen Dank aussprechen.

Ein wichtiges Ziel war es, die Geschäftsstelle des KJR so aufzustellen, dass sie den gewachsenen Anforderungen administrativ und personell gewachsen ist. Mit der Einstellung von Frau Stefanie Eisele als kaufmännische Geschäftsführerin im Dezember 2016 ist das Team soweit beieinander, dass nun Prozesse organisiert, vereinheitlicht und verstetigt werden und sich künftig der Vorstand und der Verwaltungsrat auf die Steuerung des KJR konzentrieren kann und nicht ständig in Prozessabläufe eingreifen muss.

An dieser Stelle war die Neufassung der Satzung ein wichtiger Meilenstein, auch wenn sich die Fraktion der Freien Wählern für die Umwandlung in eine GmbH ausgesprochen hat. Dies bleibt ein Zukunftsthema. Entscheidend ist nun, dass der Konsolidierungsausschuss die Verantwortung wieder an die Gremien des KJR, an den Vorstand, an die Geschäftsführung und an den Verwaltungsrat zurückgegeben hat. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Organe entwickelt sich gerade, wobei dies von allen Beteiligten ein hohes Maß an Professionalität verlangt.

Im Verwaltungsrat sind neben dem KJR-Vorstand als Anbieter von Dienstleistungen und dem Landkreis Esslingen als größtem Zuschussgeber auch die Kommunen als Kunden vertreten. Seit seiner Konstituierung am 2. November 2016 tagte der Verwaltungsrat mittlerweile in 6 Sitzungen. Ich habe die Ehre, diesem Gremium vorstehen zu dürfen und Frau Dostal ist stellvertretende Vorsitzende. Aufgabe des Verwaltungsrates ist es letztendlich, über die wirtschaftliche Entwicklung des KJR zu wachen.

Der Kommunale Beirat hat sich im Oktober 2016 konstituiert. In einer Sitzung am 7. März 2017 wurden die Kommunen über die aktuellen Entwicklungen beim KJR informiert. Ich halte dies für einen Fortschritt, weil dies ein Beitrag für eine Stärkung der Zusammenarbeit zwischen KJR und kommunaler Seite sein wird.

In der Vorlage wird folgendes Fazit gezogen: „Der nach der Liquiditätskrise Ende 2014 eingeleitete Konsolidierungs- und Entwicklungsprozess beim Kreisjugendring hat gezeigt, dass in der Krise auch eine Chance lag. Die umgesetzten Maßnahmen haben den Boden geebnet für eine langfristig stabile wirtschaftliche Ausrichtung des KJR als Basis für die Fortführung der anerkannten guten Jugendarbeit.“

 Diese Aussage möchte ich mit allem Nachdruck unterstreichen und dies jedoch nochmals mit dem deutlichen Hinweis verbinden, dass der Konsolidierungsprozess nicht beendet ist.

In den nächsten Wochen wird der Jahresabschluss 2016 vorgestellt, der dem Vorstand und dem Verwaltungsrat wichtige Fingerzeige für die Aufgaben des laufenden Jahres und der kommenden Jahre geben wird. Mit Blick auf die am 8. Dezember 2016 geschlossene Zuschussvereinbarung für 2017 wird dies die Grundlage für eine offene Prüfung sein, ob damit eine faire und belastbare Aufteilung der Kostenanteile zwischen Esslinger Modell und kommunalen Angeboten gefunden wurde oder ob nachjustiert werden muss.

Die Geschäftsstelle ist heute aufgestellt für ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von fast 11,5 Mio. €. Der KJR muss seine Marktposition halten, um die neugeschaffenen Strukturen in der Geschäftsstelle wirtschaftlich auszunutzen. Dabei spielen insbesondere die Angebote bei der Schulsozialarbeit und bei kommunalen Dienstleistungen eine entscheidende Rolle.

Ein massiver Auftragsrückgang bei der Schulsozialarbeit bzw. bei den kommunalen Dienstleistungen wäre für die Konsolidierungserfolge gefährlich. Deshalb muss der KJR weiter mit Qualität und Kompetenz überzeugen.

Bereits im Dezember 2016 habe ich darauf hingewiesen, dass dies auch ein finanzielles Risiko für den Landkreis ist. Deshalb ist es das Gebot der Stunde, weiter konzentriert und geschlossen für eine gute wirtschaftliche Zukunft des KJR zu arbeiten.

Abschließend möchte ich nochmals den Dank der Freien Wähler an Alle aussprechen, die am Konsolidierungsprozess beteiligt waren. Vom Abschlussbericht nehmen wir gerne Kenntnis.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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