Sehr gute Resonanz – Filder sind die wichtigste Verkehrsdrehscheibe im Land

45 waren angemeldet, gekommen sind 65 Gäste. Flughafen und spannende Themen. Das zieht an. Und die Teilnehmer wurden nicht enttäuscht. Im Gegenteil.

Walter Schöfer, Sprecher der Geschäftsführung des Flughafens und in zudem in fast allen Gremien, z.B. auch in die Messe GmbH eingebunden, wußte Aktuelles und Zukunftsperspektiven zur „Kleinstadt“ Flughafen zu berichten. Über 1.000 eigene Mitarbeiter und mehr als 12.000 Beschäftige am Flughafen. Es ist klar, dass dies ein immer wichtigerer Wirtschaftsfaktor für den Filderraum ist, unabhängig von seiner Bedeutung für die Mobilität in Baden-Württemberg. Zur planerischen Entwicklung des Filderraums und des Kreises Esslingen gab es ausführliche Zahlen vom zuständigen Chefplaner der Region Stuttgart, Herrn Direktor Kiwitt.

Sie können dessen hochinteressante Ausführungen am Ende dieses Berichts in einer Präsentation und in einem Stichworttext nachlesen.

Dies alles wurde eingebettet in eine Besichtigung der gerade fertiggestellten und künftigen Bauvorhaben am Flughafen, ausklingend bei hervorragendem Catering des Flughafens und informativen Gesprächen der Beteiligten. Gekommen waren viele aktive und ehemalige Kreisräte und Bürgermeister der Freien Wähler. Gesehen wurden unter anderem Paul Schurr, Ehrenvorsitzender des Kreisverbandes und Dr. Dieter Deuschle, ehemaliger Erster Bürgermeister der Stadt Esslingen.

Die Redner bei der Kreiskonferenz – EBM Rainer Lechner, Direktor Kiwitt (Verband Region Stuttgart), Walter Schoefer (Geschäftsführer Flughafen) und Ralph Schäfer, stellv. Kreisvorsitzender

 

Reiner Lechner, Erster Bürgermeister der Stadt Ostfildern begrüßte und moderierte. Ralph Schäfer, Geschäftsführender Vorstand des Landesverbandes und gleichzeitig stellvertretender Kreisvorsitzender beendete mit dem Schlusswort: „Erfolgreicher Flughafen und prosperierende Messe Stuttgart, künftig mit kompletter Anbindung von ICE und Nahverkehr, das ist einmalig, nicht nur in Baden-Württemberg. Ganz Deutschland beneidet uns darum. Darauf darf man stolz sein. “

PowerPoint-Vortrag des Chefplaners der Region, Thomas Kiwitt

Einige Kernaussagen, die Kiwitt seinem Vortrag hinzufügte:

1)      In der Region Stuttgart erreichen die Kinder der „geburtenstarken Jahrgänge“ (ca. 1960-66) allmählich das Alter, in dem ein eigener Hausstand gegründet wird. Diese Altersgruppe, die bis 2030 den 25 Geburtstag feiern wird, ist zahlenmäßig deutlich größer als jene, die im gleichen  Zeitraum 85 oder älter wird. Bezogen auf den Wohnraum resultiert hier ein Mehrbedarf, der durch freiwerdende Wohnungen nicht gedeckt werden kann. Es geht also zunächst darum, für unsere eigenen Kinder ein ausreichendes Angebot zu schaffen – für den Fall, dass im „Hotel Mama“ ausgecheckt wird.

2)      Die „geburtenstarken Jahrgänge“ selbst begeben sich bis zum Jahr 2030 allmählich auf das Altenteil – und hinterlassen auf dem Arbeitsmarkt eine beachtliche Lücke: Die Differenz zwischen der Altersgruppe der „Neurentner“ und dem jüngeren Nachwuchs beträgt über 140.000 Menschen. Schon bei gleichbleibender Anzahl der Arbeitsplätze resultiert daraus eine erhebliche Lücke.

3)      Glücklicherweise konnte die Region Stuttgart in den vergangenen Jahren (seit 2010) von einem anhaltenden Zuzug profitieren – insbesondere aus Ländern innerhalb des gemeinsamen Europäischen Marktes. Um zu  gewährleisten, dass auch in Zukunft Arbeitskräfte und Arbeitsplätze in der Region Stuttgart zueinander finden, muss sowohl das Wohnraumangebot wie auch die Infrastrukturausstattung auf diesen Mehrbedarf ausgerichtet werden.

4)      Standorte für die Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete sind vorhanden. Alleine in den rechtskräftigen Flächennutzungsplänen sind für Wohnen und Gewerbe jeweils über 1.000 ha ausgewiesen. Die Umsetzung dieser Planungen hält allerdings mit dem steigenden Bedarf keineswegs mit. Es fehlt an Baurecht für neue Wohn- und Gewerbegebiete, das nur von den Gemeinden geschaffen werden kann. Auch die Mitwirkungsbereitschaft der Grundstückseigentümer lässt immer mehr nach.

5)      Zumindest teilweise kann diese Zurückhaltung der Gemeinden auch auf eine unzureichende Infrastrukturausstattung zurückgeführt werden. So bleibt die Verteilung von Mitteln für zukünftige Investitionen nach dem Bundesverkehrswegeplan deutlich hinter dem erkennbaren Bedarf zurück: Während in der Region Stuttgart 25 % der Landesbevölkerung leben und rund 30 % der Wirtschaftsleistung erbracht werden belaufen sich die zukünftigen Zuweisungen etwa für den Straßenbau auf weniger als 15%. Die Infrastruktur kann demnach nicht mitwachsen.

6)    Auf den Fildern wird auch in den kommenden Jahren erheblich in den Ausbau der Infrastruktur investiert: Verlängerung von Stadtbahn und S-Bahn mit neuen Haltepunkten in Sielmingen und Neuhausen, Filderbahnhof und neuer ICE-Halt am Flughafen, Ausbau der A 8 – um nur einige Projekte zu nennen. Mit diesen Vorhaben steigt die Erreichbarkeit der Raumschaft und auch deren „Begabung“ als Standort für Wohnen und Gewerbe ganz erheblich.

7)     Gerade vor dem Hintergrund der hohen Bodenqualität, der Bedeutung der Landwirtschaft aber auch des starken Wachstums in den vergangenen Jahrzehnten ist es von besonderer Bedeutung, das sich vor allem die Gemeinden auf diese Veränderungen einstellen.

8)     Dazu haben der Kommunale Arbeitskreis Filder zusammen mit dem Verband Region Stuttgart bei einem renommierten Frankfurter Planungsbüro eine Studie zu Zukunft des Filderraumes in Auftrag gegeben. Bis Ende des Jahres werde Aussagen dazu erwartet, welche Weichenstellungen erforderlich sind – und in welche Richtung die Weichen zweckmäßigerweise gestellt werden sollten. Denn zumindest in einem Punkt sind sich alle Beteiligten einig: Auf die anstehenden Veränderungen sollte man sich vorbereiten.

 


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