Sanierung nach Nutzung für Flüchtlingsunterbringung wäre unwirtschaftlich gewesen – Freie Wähler: Zukunftsgerechte Lösung

Sie war in die Jahre gekommen – die Sporthalle des Landkreises im Berufsschulzentrum Zell. Die bei der Unterbringung von Flüchtlingen im vergangenen Jahr zwang zur Belegung der Halle für eine Erstunterbringung. Der Zahn der Zeit und diese unvermeidliche Zweckentfremdung hätten im Falle einer Sanierung hohe Kosten verursacht. Eine Vergleichsberechnung unter Berücksichtigung der Lebenszykluskosten machte deutlich, dass auf lange Sicht ein Neubau die wirtschaftlicher Lösung ist.

Der Sprecher der Freien Wähler im Kreistag, Kreisrat Martin Klein befürwortete für seine Fraktion die Planungs- und Baufreigabe mit folgenden Ausführungen:

„Entscheidend ist, was hinten rauskommt“, wenn das Hörensagen stimmt, war es der jüngst verstorben Altbundeskanzler Kohl, der das gesagt hat.

Oder, vielleicht kennen wir es so ähnlich im Asterix-Latein: „Quidquid agis“, Was auch immer du tust, „prudenter agas“, tue es klug, „et respice finem“, und bedenke das Ende.

 

Wenn es heute um die Planungs- und Baufreigabe der Sporthalle in Zell geht, so glaube ich, zu Recht sagen zu dürfen, dass das, was da am Ende rauskommt, etwas Gutes ist. Etwas Gutes, das wohl überlegt ist und bei dem eine Gesamtbetrachtung bis zum Ende der absehbaren Nutzungszeit Grundlage für die heutige Entscheidung darstellt. Oder auf Schwäbisch: „Do isch ebbes Gscheids drbei rauskomme!

Blenden wir dazu einfach um ein Jahr zurück. Nachdem vor einem Jahr klar war, dass die Sporthalle Zell aufgrund der vorübergehenden Nutzung als Unterkunft für Flüchtlinge –und diese war unumgänglich!- nur mit erheblichem Aufwand für den Sportbetrieb wieder nutzbar gemacht werden konnte, standen wir vor den Alternativen einer grundlegenden Sanierung oder eines Neubaus. In diesem Kontext kam der Impuls, ich verzichte jetzt auf den Verweis, woher der Impuls kam, nicht nur die reinen Baukosten zu betrachten, sondern die Wirtschaftlichkeit der beiden Alternativen unter Heranziehung der Lebenszykluskosten einer vergleichenden Untersuchung zu unterziehen. Das Ergebnis war klar: Bei dieser Betrachtung war der Neubau die wirtschaftlichere Lösung und so wurde es dann auch auf den Weg gebracht.

Heute haben wir nun eine konkrete Kostenberechnung auf dem Tisch und demnach ist es tatsächlich so, dass die Berechnung mit 5,48 Mio. EUR sogar noch gering unter der bisherigen Schätzung von 5,5 Mio. EUR liegt.

Das begrüßen wir und wir werden dem zustimmen.

Lassen Sie mich abschließend noch ein paar Gedanken als Sportler und als Sportlehrer sagen: Es wird ja gerne beklagt, der Sportunterricht sei der Steinbruch Nummer eins an den deutschen Schulen, wenn es um Ressourcen für die Sicherung des Unterrichts in den harten Fächern gehe. Dieser Vorwurf ist nicht ganz unberechtigt und umso erstaunlicher, da es heute völlig unumstritten ist, dass Sport und Bewegung neben Anderem für die kognitive Entwicklung und das Lernen eine unentbehrliche Grundlage ist.

Daher wissen wir es sehr zu schätzen und wir bedanken uns dafür , dass das Lehrerkollegium der Schulen in Zell die Erschwernisse der letzten Jahre, die ja noch zwei weitere Schuljahre anhalten werden, mitgetragen haben bzw. mittragen, zumal Sport ein prüfungsrelevantes Fach ist und somit die Situation auch faktisch für die betroffenen Schülerinnen und Schüler mit spürbaren Nachteilen verbunden war bzw. ist.

Wir hoffen und wünschen, dass der Bau wie geplant umgesetzt werden kann, damit der Sportbetrieb wie vorgesehen 2019 im September wieder starten kann. Und für die Kreiskasse hoffen wir natürlich auch, dass die Ausschreibungsergebnisse für die einzelnen Gewerke auch den Rahmen der Kostenberechnung nicht überschreiten werden.


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