Die Freien Wähler im Landkreis Esslingen begrüßen Überlegungen des Verbands Region Stuttgart, durch eine Durchbindung der S-Bahn nach Nürtingen einen „S-Bahn-Ringschluss light“ zu installieren. Sie sehen  dies jedoch nur als Zwischenlösung, bis eine Tangentialverbindung von Wendlingen auf die Fildern verwirklicht ist.

Da der 15-Minuten-Takt der S-Bahn bis Kirchheim unter Teck aufgrund der stadtnahen Trassenführung in Wendlingen derzeit nicht realisierbar ist, endet momentan jede zweite S-Bahn in Plochingen oder Wendlingen. Der Verband Region Stuttgart hat nun Überlegungen entwickelt, nach der Inbetriebnahme der Neubaustrecke Stuttgart – Ulm und nach der Verlängerung des Vertrags mit der Deutschen Bahn die zusätzlichen Fahrtkilometer für eine Verlängerung jeder zweiten S-Bahn bis Nürtingen zu nutzen. Damit kann mit einem Umstieg auf die Metropolexpresszüge ein Ringschluss bis zum Flughafen und den Landkreis Böblingen geschaffen werden. Die Freien Wähler im Landkreis Esslingen und in der Region Stuttgart unterstützen diesen pragmatischen Ansatz, der eine Alternative aufzeigt, um den ÖPNV, vor allem auch im stark verkehrsbelasteten Filderraum zu, stärken.

Allerdings sehen sie darin nur eine Zwischenlösung. Kreisrat Frank Buß aus Plochingen, der auch Stellvertretender Vorsitzender der Freien Wähler in der Region Stuttgart ist, weist darauf hin, dass dies zwar das Angebot im Süden der Region Stuttgart verbessert, langfristig gesehen aber nicht ausreicht. „Unser Ziel ist es, durch attraktive Angebote für Pendler aus dem nördlichen Teil des Landkreises Esslingen und aus dem Filstal den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu fördern, um so die Verkehrsbelastungen auf den Fildern, auf der B 10 und der B 313 spürbar zu reduzieren. Dies schaffen wir mit der jetzt vorgestellten Lösung nicht“, betont Buß. Er verweist darauf, dass zum Beispiel ein Fahrgast von Göppingen nach Filderstadt auf dieser Route dreimal umsteigen müsste und der Zeitgewinn gegenüber einer Fahrt über Stuttgart nur gering wäre.

Der Verband Region Stuttgart hat das Verkehrswissenschaftliche Institut der Universität Stuttgart mit der Untersuchung von Trassenvarianten für eine Tangentialverbindung beauftragt, die dem Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart am 19. Dezember 2018 vorgestellt wurden. Der Ausschuss hat auf dieser Grundlage entschieden, einige erfolgversprechende Trassen näher zu untersuchen, insbesondere um den volkswirtschaftlichen Nutzen einer Investition in Schieneninfrastruktur näher zu beleuchten. Entscheidend ist ein positiver Kosten-Nutzen-Quotient (mindestens 1,0) bei einer Standardisierten Bewertung. Die Freien Wähler erwarten, dass die künftige Regionalversammlung auf dieser Grundlage das Projekt für den östlichen Teil der Region Stuttgart kraftvoll vorantreibt. „Diese wichtige ÖPNV-Maßnahme muss weiter ganz oben auf der Agenda bleiben, sonst werden wir die Verkehrsprobleme im Landkreis Esslingen nicht lösen“, betont Frank Buß.


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