Fahrverbote helfen der Umwelt nicht, sind unsozial und fügen der Wirtschaft schweren Schaden zu. Die Fraktionen der Freien Wähler in der Region und im Landkreis Esslingen üben massive Kritik an den ab 1. Januar bzw. 1. April verhängten Fahrverboten für Dieselfahrzeuge bis Euro 4. Sie halten sie für kaum wirkungsvoll und unverhältnismäßig. Dies ist auch die Auffassung unabhängiger Forschungseinrichtungen.

Lesen Sie dazu eine kompetente Stellungnahme:

Der Leiter des Dresdner Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme, Professor Matthias Klingner, hält Fahrverbote zur Senkung der Stickoxidbelastung in Städten für vermeidbar. „Fahrverbote für Dieselfahrzeuge ließen sich vermeiden, wenn der strenge Grenzwert für Feinstaub gelockert wird“, sagte Klingner der WELT AM SONNTAG. Dann nämlich könnten die Motoren so eingestellt werden, dass der Treibstoff bei geringeren Temperaturen verbrennt und damit weniger Stickoxide als Abgase entstehen. Klingner sieht in der Lockerung des Feinstaubgrenzwerts eine „einfache und preiswerte Maßnahme“, um das Stickoxidproblem in Städten zu lösen. Er begründet seinen Vorschlag damit, dass die Feinstaubbelastung in Städten vor allem vom Wetter und kaum messbar von Dieselfahrzeugen beeinflusst werde.

„Die strengen Feinstaubgrenzwerte sind daher nutzlos“, sagte Klingner. Die Verbrennung im Motor sei in den vergangenen Jahren aber so optimiert worden, dass möglichst wenig Feinstaub entstehe, was dazu geführt habe, dass der Stickoxidausstoß eines Dieselfahrzeugs steigt.

Feinstaub und Stickoxide lassen sich nicht gleichzeitig senken

„Feinstaub und Stickoxide lassen sich durch die Einstellung des Motors nicht gleichzeitig reduzieren“, sagte Klingner der Zeitung. Das liege an der Motortechnik. Da aber im Gegensatz zum Feinstaub bei der Stickoxidbelastung offensichtlich ein Zusammenhang mit dem Verkehrsaufkommen bestehe, sei es sinnvoller, Motoren hinsichtlich des Stickoxidausstoßes zu optimieren. „Die strengen Grenzwerte für Feinstaub sind letztlich die Ursache für die punktuell hohen Stickoxidwerte in vielen Städten“, so Klingner. Die Bundesregierung sollte sich daher in Brüssel für eine Lockerung des Feinstaubgrenzwerts einsetzen.

Im Ersten Programm der ARD wurde zu diesem strittigen Thema eine interessante Sendung ausgestrahlt, die Sie hier aufrufen können:

Link zur TV-Sendung: Das Dieseldesaster

Angesichts dieser Erkenntnisse fordern die Freie Wähler die Landesregierung auf, sich bei der Bundesregierung mit Nachdruck für eine Lösung einzusetzen, die den sinnlosen Fahrverboten

ein Ende setzt.

 


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