Der Kreistag befasste sich in seiner Sitzung am 4. April mit der Rahmenkonzeption „Kinder- und Jugendarbeit“ und mit der Richtlinie zur „Förderung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Esslinger Modell“.

Für die Fraktion Freie Wähler ergriff deren Vorsitzender, Bürgermeister Bernhard Richter, das Wort. Er führte aus:

„Die offene Kinder- und Jugendarbeit war in unserem Landkreis Esslingen schon immer ein Aushängeschild. Trotzdem war es notwendig, sich an dieser Stelle inhaltlich weiterzuentwickeln. So war es durchaus logisch und sinnvoll, das Institut für soziale Arbeit mit der Weiterentwicklung zu beauftragen und auch einen Projektbeirat zu gründen.

Was dann folgte, war eine intensive Arbeit mit teilweise strittigen Themenfeldern und sehr unterschiedlichen Interessenslagen. Der Planungsprozess wurde allerdings auch durch die parallel notwendige Konsolidierung des Kreisjugendrings überlagert, ich will fast sagen, belastet. Diese Konsolidierung, so sehen es wir Freien Wähler, hat sich aber positiv und erfolgreich gestaltet.

Der erste Aufschlag zur Weiterentwicklung der offenen Kinder- und Jugendarbeit erbrachte unserer Meinung nach nicht die erhofften Ergebnisse. Deshalb hat unsere Fraktion in der Kreistagssitzung im Juli 2017 eine Fortführung des Planungsprozesses gefordert und klargestellt, dass die Weiterentwicklung einer grundsätzlichen Diskussion über die künftigen Schnittstellen zwischen offener, sozialräumlicher und schulorientierter Jugendarbeit bedarf.

Das jetzige Ergebnis ist ein Meilenstein der Kinder- und Jugendarbeit im Landkreis Esslingen. Heute verabschieden wir eine fachlich anspruchsvolle, umfassende Rahmenkonzeption, die die gesetzten Ansprüche erfüllt und landesweit neue Maßstäbe setzt.

Für uns Freie Wähler gab es eigentlich zwei Knackpunkte, auf die ich kurz eingehen möchte.

  • Bereits im September 2016 haben wir beantragt, dass es in Kommunen mit mehr als einem Jugendhaus  auch möglich sein soll, die zweite Einrichtung an einen anderen Träger als den KJR zu vergeben. Somit wollten wir sicherstellen, dass der KJR nach wie vor flächendeckend in allen Kommunen unterwegs ist, in größeren Städten aber die Möglichkeit einer Angebotsvielfalt gegeben ist, wenn dies Sinn macht. Anfangs sind fast alle über uns hergefallen und haben den Untergang des Abendlandes kommen sehen – mittlerweile freue ich mich, dass nun der Kreistag unserem Antrag voraussichtlich mit großer Mehrheit folgen wird. Ausdrücklich möchte ich betonen, dass wir Freie Wähler eine komplette Öffnung bei der offenen Jugendarbeit nicht mittragen würden.
  • Der zweite Knackpunkt war für uns die Frage, wie die örtliche Kinder- und Jugendarbeit organisiert und inhaltlich ausgeführt werden soll. Im Rahmen dieser Diskussion haben wir uns dagegen ausgesprochen, verbindliche Kinder-und Jugendreferenten in den Städten und Gemeinden zu installieren.

Die nun gefundene Lösung belässt die kommunalpolitische Verantwortung bei den Städten und Gemeinden und eröffnet gleichzeitig den Weg, in fairer Finanzpartnerschaft mit dem Landkreis die örtlichen Angebote fachlich und bedarfsorientiert zu entwickeln. Wir sind der Meinung, das ist nun eine gute Lösung. Insoweit stellen wir fest, dass sich die harte Arbeit im Projektbeirat und im Jugendhilfeausschuss letztlich gelohnt hat. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Beteiligten für Ihre Arbeit ganz herzlich bedanken.

Wir Freien Wähler stimmen der Beschlussempfehlung des Jugendhilfeausschusses deshalb auch mit Überzeugung zu.“

 


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