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Die Medius-Kliniken des Landkreises sind medizinisch und wirtschaftlich äußerst erfolgreich

Es ist noch nicht lange her, da verursachten die wirtschaftlichen Ergebnisse der Kreiskliniken, die jetzt unter Medius-Kliniken firmieren, den kommunalpolitisch Verantwortlichen im Kreis erhebliches Kopfzerbrechen. Jährlich liefen Verluste von bis zu 14 Mio. € auf, die aus dem Kreishaushalt abgedeckt werden mussten. Erst die Schließung zweier Standorte, seit 6 Jahren steigende Patientenzahlen als Folge des hervorragenden medizinischen Rufs und ein modernes Management brachten die Wende. 2018 erwirtschafteten die Kliniken einen Bilanzgewinn von rd. 10 Mio. €, der zur Finanzierung bevorstehender großer Investitionen der Rücklage zugeführt werden kann.

In der Sitzung des Kreistags am 23. Mai wurden das Jahresergebnis förmlich festgestellt und der Aufsichtsrat der Kliniken entlastet. Fraktionsvorsitzender Bernhard Richter sprach für die Fraktion Freie Wähler. Hier seine Ausführungen im Wortlaut:

Zum Abschluss der Legislaturperiode des jetzigen Kreistags haben wir ein Thema auf der Tagesordnung, das uns 5 Jahre lang intensiv beschäftigt hat.

Unsere Kliniken sind für die Kreiseinwohner ein ganz maßgeblicher Bestandteil der kommunalen Infrastruktur. Unser Ziel war es immer wohnortnah hervorragende medizinische Leistungen wirtschaftlich anzubieten. Das ist in der Vergangenheit nur mäßig gelungen – obwohl – wohnortnah und hochwertige Medizin gab es schon immer – aber an der Wirtschaftlichkeit hat es gehakt.

Ich kann mich noch an Sitzungen erinnern, wo wir uns über 14 Mio. € Verlust in den Kliniken und die entsprechende Abdeckung durch den Kreishaushalt unterhalten haben. Nach manchen Sitzungen ist man mit einem schlechten Gefühl nach Hause gegangen – mit der Sorge, dass es so nicht weiter gehen kann. Ein neues Management und harte Einschnitte und Maßnahmen haben uns dann auf die Erfolgsspur gebracht.

Dieser Weg war schmerzhaft und hat allen Beteiligten sehr viel abverlangt. Der Ruf unserer Kliniken hat unter der schlechten Presse gelitten, was nicht gerade dazu geführt hat, dass uns scharenweise die Bewerbungen von Ärzten und Pflegepersonal ins Haus geflattert sind. Die Verunsicherung von allen war mit den Händen zu greifen. Nach zahlreichen Veränderungen und der Restschuldenübernahme durch den Landkreis zeigt sich heute ein völlig anderes Bild. Erfolgreiche Häuser, wirtschaftlicher Erfolg, Zuwachs an Patienten und Erfolge bei der Personalgewinnung sind die Folgen.

Das ist uns nicht zugeflogen – sondern ist das Ergebnis von harter Arbeit. Fast 10 Mio € Überschuss im Jahr 2018 sprechen Bände – das beste jemals erzielte Ergebnis.

Seit 6 Jahren haben wir in Folge einen Zuwachs an Patienten und Leistungszahlen. Wir haben ein EbitdA von 5,6 % – das sind für eine kommunale Klinik schon Traumwerte – der Durchschnitt liegt gerade mal bei 3,5 %.

Mit solchen Ergebnissen sind wir voll wirtschaftlich unterwegs, können nicht nur den Haushalt ausgleichen sondern sogar Rücklagen aufbauen und Investitionen in die Kliniken aus eigener Kraft finanzieren – und das, obwohl das Land eigentlich seiner Verpflichtung nicht nachkommt, bei Investition 90 % zu übernehmen. Wir freuen uns ja schon, wenn es gerade mal
50 % sind.

Sicher können wir uns darauf nicht ausruhen – weitere Investitionen stehen vor der Tür – mit dem Leistungszuwachs müssen auch die Mitarbeiterzahlen mitwachsen und die Rahmenbedingungen werden sicher auch in Zukunft nicht besser. Aber – es ist ein Anlass um kurz inne zu halten – und sich mit Demut und Dankbarkeit über ein gutes Ergebnis zu freuen.

Aber auch anzuerkennen, dass hier hervorragend gearbeitet worden ist.

Von der Geschäftsführung mit Herrn Kräh und Frau Benz mit ihrem gesamten Team, über die Ärzte, Schwestern, Pfleger – alle haben mit ihrer Leistung und ihrem großen Engagement – oft bis an die Grenzen des Machbaren und manchmal auch darüber hinaus – dieses Ergebnis möglich gemacht. Das ist auch ein Grund stolz zu sein – und Dank zu sagen.

Auch im Aufsichtsrat ist das Klima gut. Gemeinsam mit der Geschäftsführung wurden die Weichen neu gestellt und die strategische Ausrichtung richtig gesetzt. Auch die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitervertretern war außerordentlich konstruktiv und zielführend – das ist sicher auch nicht überall so. Auch dafür seitens von uns Freien Wählern ein ganz herzliches Danke schön.

Wir hoffen, dass es uns auch in Zukunft gelingt, das notwendige gute Personal zu finden um den Wachstumskurs weiter führen zu können und damit zu gewährleisten, dass wir auch in den Folgejahren wieder wohnortnah hervorragende medizinische Leistungen wirtschaftlich anbieten können.

 

 

 


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